Auf dieser Seite findet man eine Ideen- und Linksammlung, die ich für eine Fortbildung zum Thema „Comics im DaF-Unterricht“ zusammengestellt habe. Die Links wurden von mir ebenfalls im DaF-Wiki veröffentlicht, wo sie von jedem ergänzt und bearbeitet werden können. Hier im Blog findet man weitere Beiträge zum Thema Comic:
Um die Informationen dieser Seite zum Beispiel auf einer Fortbildung leichter weitergeben zu können, habe ich folgenden "Abreißzettel" erstellt:
Motivierend wirkt für die meisten Lerner die andersartige Präsentation von Sprache und Inhalten. Bilder bieten einen anderen Zugang zu Emotionen, sie eröffnen einen anderen (kreativen) Zugang zu (landeskundlichen) Inhalten, bieten zusätzliche Leerstellen, die gefüllt werden wollen. Bilder und das Nachdenken darüber, ersetzt nicht selten Sprache, die noch nicht beherrscht wird, so dass bestimmte Facetten der Kultur erkannt werden können bzw. nur erahnt werden.
Aber auch hier gilt: Comics bzw. Bilder muss man lesen lernen, um das innewohnende Potenzial nutzen zu können.
Welche der genannten Ideen findet ihr am besten?
Um die Informationen dieser Seite zum Beispiel auf einer Fortbildung leichter weitergeben zu können, habe ich folgenden "Abreißzettel" erstellt:
Einstieg in das Thema Comic/DaF
Es gibt viele Meinungen zum Thema Comics im Unterricht. Stellvertretend möchte ich hier die folgenden nennen:
„Mittlerweile wird dem Comic mehr zugetraut, als Schüler lediglich zu unterhalten, zu belustigen, zu motivieren oder ihnen die Lesearbeit abzunehmen.“Historiker und Germanist René Mounajed (Quelle)-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
"Comics führen zur Verdummung der Jugend. Probleme sind: Reizüberflutung, Verhinderung einer echten Lesefähigkeit, d.h. einem Wortwerk den gemeinten Sinn entnehmen, Verkümmern der eigenen Vorstellungskräfte, Anhäufung von nicht verwendbaren unsinnigen Fantastereien."Quelle:A. Köhlert: Micky Maus, in: Jugendschriften-Warte H.12/1959 - siehe hier und Gefährliches Lesen - Niedersächsischer Bildungsserver - PDF)-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
"Was die Atombombe der Welt antun kann, nämlich ihr Ende herbeiführen, kann das Comic Book der Welt antun -nämlich das Lesen ausrotten„(zit. nach Gundermann 2007: 28, vg1. auch Munier 2000: 30-Zit aus Cerri/121).--------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ausgehend vom letzten Zitat ist es sinnvoll, sich mit den Argumenten FÜR Comics zu beschäftigen:"Wer etwas mit Comics macht, muss sich dafür rechtfertigen."Hieronimus (2009: 101)--------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Argumente für Comics im Fremdsprachenunterricht
- Entstehungsgeschichte: In den 1890er-Jahren in Amerika entstanden, um neue Leserkreise unter den Einwanderern (schlechte Englischkenntnisse) zu gewinnen: Stichwort "Zeitungskrieg" (Inhalt der ersten Comics, sprachliche Einfachheit und Bildkontext)
- Verständnisstütze / Anschaulichkeit: Bilder bieten Kontext, teilweise kommen die Inhalte mit weniger (oder ohne) Sprache aus, was besonders für den Anfängerunterricht hilfreich sein kann. Der sprachliche Input wird durch den visuellen Kontext nicht nur verständlicher, sondern auch leichter "interpretierbar". Aber Vorsicht: Bilder müssen auch erkannt und verstanden werden. Ist dies nicht der Fall, fehlen dem Lerner wichtige Informationen, die häufig ohne Worte ausgedrückt werden. Ihm bleibt nicht nur die Bilderwelt (teilweise) verschlossen, sondern es kommt auch nicht zu dem Zusammenspiel von Bild und Text, das den Mehrwert von Comic ausmacht. So kann die Form der Sprech- oder Gedankenblase Gefühle ausdrücken, die Art des Panels etwas über den Fortgang der Geschichte sagen oder Bewegungslinien Tempo oder Richtung ausdrücken. Insoweit ist die weit verbreitete These mit Vorsicht zu genießen, dass anspruchsvolle Inhalte zum Beispiel aus den Bereichen der Literatur und Landeskunde durch Comics leichter verstanden werden. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, zu dem auch die notwendige Einbettung in den kulturellen und historischen Kontext zählt.
- Zielgruppe (Schüler): Massenmedium, oft jugendorientiert und von Jugendlichen und Kindern akzeptiert bzw. würde diese daher motivieren.
Für mich steht dieses Argument auf schwachen Beinen. Ich habe durch Befragungen während Schülerworkshops und Seminaren mit Lehramtsanwärtern in Kroatien den Eindruck gewonnen, dass die Mehrheit der Jugendlichen hier keine oder nur sehr selten Comics konsumieren. Wie das in anderen Ländern aussieht, kann ich nur vermuten. Das Argument der Akzeptanz unter Jugendlichen für die didaktische Begründung zu benutzen (Lernerorientierung), sollte von Land zu Land hinterfragt werden.... "jugendorientiert" in dem Sinne, das oft Themen angesprochen werden, die auch Jugendliche betreffen, bewegen, an ihre Lebenswelt anknüpfen, kann man meiner Meinung nach gelten lassen. Solche Themen findet man auch in Literatur und Film.
Motivierend wirkt für die meisten Lerner die andersartige Präsentation von Sprache und Inhalten. Bilder bieten einen anderen Zugang zu Emotionen, sie eröffnen einen anderen (kreativen) Zugang zu (landeskundlichen) Inhalten, bieten zusätzliche Leerstellen, die gefüllt werden wollen. Bilder und das Nachdenken darüber, ersetzt nicht selten Sprache, die noch nicht beherrscht wird, so dass bestimmte Facetten der Kultur erkannt werden können bzw. nur erahnt werden.
Aber auch hier gilt: Comics bzw. Bilder muss man lesen lernen, um das innewohnende Potenzial nutzen zu können.
- „Theaterspiel auf Papier“: Comic haben etwas Spielerisches. Es gibt viele Ähnlichkeiten mit Filmen, besonders mit Trickfilmen. Viele Comics wurden und werden verfilmt und sind so den meisten Jugendlichen bekannt. Comics können handlungsorientierte authentische Aufgaben initiieren. Dialogen können vorbereitet, Comicsequenzen können gespielt werden. Umgekehrt können aus Trickfilmen wieder Comics entstehen (Screenshotmethode). Mit Comics kann man sehr gut Filme vorentlasten, Filminhalte be- und verarbeiten und Transferaufgaben zu Filmen initiieren.
- Lernpsychologisch: Bilder wirken positiv auf lernen und behalten, Bildinformationen werden schneller verarbeitet, der Medienwechsel im Unterricht kann sich positiv auf die Motivation und somit auf die Verarbeitung des Gelernten auswirken.
- Comics sind ideal für projektorientiertes Lernen. Das gilt ebenso für die Einbettung der Comics in landeskundliche, historische oder literarische komplexe Lernaufgaben, wie für die Erstellung von (thematischen) Comics und Comic-Büchern seitens der Lerner.
Welche der genannten Ideen findet ihr am besten?
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